"Second
Der „SPIEGEL“ als Fangnetz des Bösen
Das in deutscher Sprache erscheinende Massenmedium DER SPIEGEL, das sich im berühmt gewordenen Interview mit dem iranischen Präsidenten Achmadinejad (SPIEGEL 22/2006) einwandfrei als „antideutsch“ geoutet hatte, hat wieder einmal „ganze Arbeit geleistet“. Auf der Titelseite der Ausgabe Nr. 8/17.2.2007 hiess es: „DER DIGITALE MASKENBALL. Zweites Leben im Internet“ und in der Bildmitte prangte, als gelungener „Eye-Catcher“, der perfekt animierte sinnliche Oberteil einer schönen jungen Frau mit langen brauen Haaren, mit sehnsuchtsvoll in die Ferne gerichteten braunen Augen, feucht und prall geschminkten Lippen und – wohl vor allem – einem gewaltigen Busen, eingehüllt in ein tief ausgeschnittenes Dekolleté mit weissem Spitzenbesatz. Wow!
Unter dem
wortspielerischen Titel „Alles im Wunderland“ („Alice im Wunderland“) findet
sich zur Titelgeschichte auf Seite 150 dann die Einleitung: „Mehrere Millionen Menschen haben sich in
der Internet-Plattform ‚Second Life’ eine neue Wirklichkeit geschaffen. Sie
schlüpfen in erfundene Identitäten und leben unter ihren Masken ihre Träume
aus. Jetzt mischt sich die künstliche Parallelwelt immer stärker in die
Realität ein.“
Darunter beginnt dann nicht etwa, wie sonst SPIEGEL-üblich, ein Text, der die Sache dem Leser näher bringt, sondern es werden im Breitformat drei junge, knackige Frauen aus der „Virtual Reality“ präsentiert, die den Leser in drei verschiedenen Weisen anlächeln und dazu üppige Formen in äusserst knapper Oberbekleidung zeigen. Anscheinend ist dies das Empfangskomité der Internet-Plattform „Second Life“. Oder wohl eher eine gekonnte "Anmache" des SPIEGELS.
"Wie ‘Second Life’ funktioniert"
In einem Kasten innerhalb des SPIEGEL-Artikels werden zur allgemeinen Funktionsweise des Second Life folgende Informationen gegeben:
- VORAUSSETZUNGEN. Ein Computer mit leistungsfähiger Grafikkarte für die Darstellung der 3-D-Animationen und eine schnelle Verbindung ins Internet.
- ANMELDUNG. Neumitglieder melden sich unter www.secondlife.com an und laden die Software herunter. Die Mitgliedschaft ist kostenlos, doch nur der Premiumzugang für mindestens 6 Dollar monatlich erlaubt eine wirklich aktive Teilnahme. Bezahlt wird über die Kreditkarte oder Paypal.
- DOPPELGÄNGER. Mit der Anmeldung schaffen die Teilnehmer ihren Doppelgänger, den Avatar. Er lässt sich durch kosmetisches Feintuning und modische Accessoires aufwerten - oft kostenpflichtig.
- FORTBEWEGUNG. Avatare können laufen, fliegen oder sich einfach in neue Erlebnisregionen teleportieren lassen - gesteuert über Tastatur und Maus. Eine virtuelle Landkarte dient der Orientierung.
- GELD. Die Währung in ‘Second Life’ ist der Linden-Dollar (L$). Für einen US-Dollar Einsatz erhält man fast 270 LS. Kaufen kann man fast alles - vom T-Shirt bis zur Immobilie. Der Rücktausch virtuellen Vermögens in echte Dollar ist möglich. Spieler können somit auch echtes Geld verdienen.
- LEBEN. Im Zentrum von ‘Second Life’ stehen die Szene-, Party- und Konsumwelten. Dort kann man einkaufen, andere Avatare kennenlernen, mit ihnen chatten oder gar ‘Sex’ haben. Über die Tastatur werden Texte eingegeben. Neuerdings wird auch Sprache übermittelt, so werden Avatare zu echten Gesprächspartnern.
Im betreffenden SPIEGEL-Artikel sind eine Unmenge weiterer Informationen über das Leben in dieser Parallelwelt zu finden, hier einige Auszüge:
● „’Second Life’ wurde bereits vor bald vier
Jahren gegründet, von dem Physiker Phillip Rosedale. Die simple Idee: Im
endlosen digitalen All des Internet wird ein virtueller Planet geschaffen und
besiedelt. Er besteht aus einem Hauptland sowie einer Kette von Inseln.“
● Die Managerin ist eine Chinesin, die sich im „Dreamland“ den Namen
„Anshe Chung“ gibt: „Chung ist mit ihren
Grundstück-Deals reich geworden. Das Besondere: Sie verkauft in einer
künstlichen Wirklichkeit, und ihre Kunden zahlen echte Dollar dafür.“
● „Die Immobilienkönigin Anshe Chung
bezeichnet sich als erste echte Millionärin aus ‚Second Life’ und zierte schon
den Titel von ‚Business Week’. In Wirklichkeit heisst sie Ailin Gräf, und bis
vor kurzem hat sie an einer hessischen Volkshochschule Sprachunterricht gegeben
… Sie wendet sich an Kunden, die die Begabung haben, sich genau dort wohlzufühlen,
im Netz, in der Kunstwelt.“
● „’Second Life’ bedeutet den Beginn einer
völlig neuen Anthropologie, eines neuen Menschenbildes … Ewig jung, ewig agil,
metropolitan einsam und gleichzeitig unendlich vernetzt.“
●
Die Teilnehmer schicken so genannte „Avatare
… als ihre Stellvertreter ins Spiel.“ Man kann seinen „Avatar aus zwölf verschiedenen Prototypen auswählen. Es gibt Frauen,
Männer – und zwei Pelztiere.“ Den Namen für seine neue Identität wählt man „besonders gewissenhaft aus, da er später
nicht mehr geändert werden kann. Hat man den Namen … ausgewählt, schwebt er
fortan und für jeden lesbar über dem Kopf des Avatars … Mit einem Mausklick auf
die Menü-Funktion ‚Edit Appearance’. Dann kann ich Haut und Haar auswählen,
buchstäblich Gott spielen“. Der Avatar lernt dann zuerst, „wie man eigentlich greift (linke
Maustaste), läuft (Cursortasten), Auto fährt (Cursortasten) und ohne Flugzeug
fliegt (Bildhochtaste). Dann wird er in sein zweites Leben entlassen.“
● „Die Mitgliedschaft ist kostenlos, aber wer
Land kaufen möchte, braucht den Premium-Pass für mindestens sechs US-Dollar im
Monat.“
● „Im vergangenen Oktober waren eine Million
Avatare unterwegs, im Dezember 2 Millionen, jetzt sind es bereits mehr als 3,5
Millionen.“
● „Die virtuelle Welt von ‚Second Life’ hat,
mit 360 Quadratkilometern, mittlerweile mehr Fläche als München. Jeden Tag
werden hier nach Angabe der Betreiberfirma Linden Lab eine Million echter
Dollar umgesetzt.“
● „Gründungsfieber mit allen Symptomen: üble
Bars und Spelunken, Prostitution und Drogendealer im ‚Mainland’ – dagegen steht
Madame Chungs vornehme Inselwelt, in die sich die Betuchten zurückziehen.“
● „’Second Life’ beherbergt mittlerweile eine
Dependance der Nachrichtenagentur Reuters und Filialen der Modehäuse Adidas und
American Aparell. Toyota und Nissan haben hier ihre Verkaufs- und
Ausstellungsräume.“
●
Man bezahlt in „Second Life“ mit „Linden-Dollar,
die man sich vorher mit echten Dollars per Kreditkarte gekauft hat.“ Oder
man erwirbt das Geld vor Ort: „Ich muss
Geld verdienen, um mir neue Schuhe zu kaufen … Wie komme ich zu Geld? Ich
könnte mich einem der zahlreichen Bordelle oder Swingerclubs zur Verfügung
stellen … Stattdessen verdinge ich mich als lebende Litfasssäule. Für ein paar
lumpige Linden-Dollar hat eine Jobagentur mich vermittelt; nun stehe ich
irgendwo im Nirgendwo und werbe für ein Immobilienunternehmen. Das schöne, das
tolle, das andere Leben – hier, im ‚Second Life’, ist es nicht.“
● „Der Sinn dieses Spiels ist nicht
Erkenntnis, sondern eine Verdunkelung zu schaffen, in der eine dritte Spezies
gedeihen kann, die ihre eigenen Regeln und Werte noch entwickeln muss.“
● „Im Moment muss eine virtuelle
Internet-Kirche für die amerikanische Life Church – eine der einflussreichsten
der USA – fertig werden und dann ganz schnell die Dependance einer Münchner
Werbeagentur auf einer Insel errichtet werden“.
●
Zur besagten Münchner Werbeagentur heisst es dann: „6500 echte US-Dollar soll ihre Niederlassung in ‚Second Life’ kosten.
Dazu kommen 295 Dollar monatlich an Betriebskosten für die Insel.“ Die
Leiter der Werbeagentur willigen ein: „Sie
wollen es sofort. So schnell wie möglich.“
● „Im Moment gibt es Radio oder Fernsehen nur auf einzelnen Grundstücken,
denn es herrscht Feudalismus: wessen Land, dessen Gesetz.“
● „Im ‚Second Life’ … setzt sich … als Erstes
das durch: die schnöde Klassengesellschaft.“
● „Die Schwelle zwischen Sein und Schein,
zwischen Wirklichkeit und Fiktion ist praktisch eingeebnet. Die Deutschen
scheinen sie besonders gern zu überschreiten: Sie stellen, nach den Amerikanern
und den Franzosen, das stärkste Kontingent, und sie gründeten als Erste, was
niemand sonst hat: ein Arbeitsamt.“
●
Das Bizarre an dieser „Neuen Welt“ sei, so der SPIEGEL suggestiv und
offenbar des Kommenden kundig: „Ihre
Teilnehmer kompensieren den Nachwuchs, den sie im ersten Leben nicht mehr
wünschen, mit einer wuchernden Produktion im zweiten. Wir entvölkern die alte
und bevölkern die künstliche neue Welt. Es ist, als hätte uns die verwüstete
alte Welt abgeschminkt, um uns die neue künstliche aufzudonnern. Zum ersten Mal
simuliert der Mensch die Erschaffung der Welt und die Selbsterschaffung gleich
mit.“ Wer ist „WIR“?
● „Wir bevölkern diese schöne neue Welt mit
narzisstischen Selbstbildern, mit umwerfend begabten, gutaussehenden,
hedonistischen Kunst-Ichs. ‚Second Life’, das ist zunächst und in erster Linie
ein gigantischer digitaler Maskenball.“
●
Ein Kritiker dieser Neuen Welt stellt fest: „Wenn wir unsere Konventionen aus der ersten Welt alle mit rübernehmen,
bringt eine neue Welt ja gar nichts.“
Soweit einige von mir ausgewählte Zitate aus der SPIEGEL-Titelgeschichte, die wohl nicht von ungefähr gerade jetzt und in derart aufreisserischer Weise erschienen ist.
„Das neue Leben vor dem Tod“
Unter diesem Titel kommt innerhalb der SPIEGEL-Geschichte in einem eineinhalbseitigen Kasten der Medientheoretiker Peter Weibel in einem Interview zu Wort. Weibel ist Leiter eines renommierten Museums in Karlsruhe, das im Oktober 2007 mit einer Filiale im „Second Life“ einziehen wird. Hier einige Aussagen aus diesem Interview:
●
DER SPIEGEL: „Herr Weibel, jeder
kann sich in der Internet-Kunstwelt ‚Second Life’ eine künstliche Existenz
aufbauen, sich eine Wunschidentität zulegen. Was halten Sie von diesem
Internet-Spiel?“ WEIBEL: „Das Wort
Revolution ist abgenutzt, aber in diesem Fall wäre es wirklich angebracht. Wir
lernen eine neue Stufe der Interaktivität kennen. Bisher war es doch so:
Menschen drückten auf Knöpfe, und dann bewegte sich etwas auf dem Bildschirm.
Das aber war eine bloss formale Interaktivität. Oder es wurde rein verbal im
Chatroom kommuniziert. Nun aber lassen sich sogar soziale Handlungen imitieren,
durch Stellvertreter ausführen.“
● „Schweden will sich dort Ende April mit
einer virtuellen Botschaft niederlassen.“
● „Das zweite Leben erwartet uns den
christlichen Vorstellungen gemäss nach dem Tod. Nun können wir uns während des
Lebens in ein Paralleluniversum begeben. Die Hoffnung auf ein zweites, neues
Leben ist die wichtigste Heilserwartung der Christen. Sie wird nun, zugespitzt
gesagt, technologisch eingelöst.“
●
Bisher bezogen sich „Simulationsphantasien
immer auf Bilder und Gegenstände, nun sind wir aber bei den Handlungen
angelangt. Und das ist das, was die Medien, gerade auch die Medienkünstler,
immer schon wollten, aber nie ganz erreicht haben: die Simulation von
biologischem und sozialem Leben. ‚Second Life’ ist eine neue Plattform. Die
erste Plattform der Menschengeschichte war die biblische Arche Noah. ‚Second
Life’ ist etwas Ähnliches.“
●
DER SPIEGEL: „Das Spielgeld kann
in eine echte Währung umgetauscht werden. Man könnte das Spiel, ganz profan,
für eine moderne, radikale Version von Monopoly halten.“ WEIBEL: „Das stimmt. Es finden sich viele
Versatzstücke aus anderen Spielen wieder.“ DER SPIEGEL: „Ist auch ein Krieg in diesem
Zweit-Universum denkbar? WEIBEL: „Sicherlich
… Das ist eben keine Alternativ-, sondern eine Parallelwelt.“
● „Das Theater, die Literatur sind auf ihre
Art auch virtuelle Welten. Das wird jetzt ganz einfach fortgesetzt und
ausgebaut mit anderen, mit digitalen Mitteln.“
Worum es im „Second Life“ wirklich geht
Die im vorletzten Kapitel zuletzt zitierte Aussage ist ausschlaggebend. Was kann diese „Neue Welt“ ihren Favoriten, den US-Amerikanern, den Franzosen und den Deutschen – und dann dem Rest der „westlichen Welt“ – wirklich Neues bringen?
Die SPIEGEL-Redakteurin Rebecca Casati „trat über die Schwelle ins ‚Zweite Leben’“ der besagten Internet-Plattform und nahm als Avatar „Spencer Beaumont“ die Identität eines Mannes an. Doch recht bald stellte sich ihr dort die Frage: „Wie komme ich zu Geld?“. Sie sinnierte daraufhin in ihrer „männlichen“ Eigenschaft: „Ich könnte mich einem der zahlreichen Bordelle oder Swingerclubs zur Verfügung stellen“. Man fühlt sich durch diese deprimierende Überlegung in der Gegenwart des westlichen Diesseits zurückversetzt. Doch dann kommt der eigentliche Hammer: „Ich kann sowieso nicht mitmachen. Spencer Beaumont hat kein Geschlechtsteil. Das müsste ich erst besorgen, auch wieder für Geld.“
Mit anderen Worten: Wer durch den SPIEGEL-Artikel als Deutscher geil gemacht wird auf das angeblich kostenlose sexuelle „Mitmachen“ im „Second Life“, tritt dort erst einmal in völlig unattraktiver Aufmachung an, zudem auch noch geschlechtslos. Beides lässt sich indes beheben, doch sind dafür – je nach Wunschvorstellung – erhebliche Geldmittel erforderlich. Vermutlich ist eine massive „Eintrittsgebühr“ nur der Anfang, die nachfolgenden monatlichen „Kleinstraten“ summieren sich dann wohl jeweils ganz erheblich. Doch das ist nicht der Kern.
Vor etwa zehn Jahren hatte ich ein längeres Gespräch mit einem schweizerischen Erfinder, auf den die inzwischen bekannten miniaturisierten „Sparlampen“ zurückgehen. Er war überzeugt, dass dem „Datenhandschuh“ die Zukunft gehöre. Dieser vernetzte Handschuh, so der besagte Erfinder damals, bewirkt beim Benutzer, dass er auf dem Bildschirm etwas sieht und gleichzeitig empfindet, in diesem virtuellen Raum „dabei zu sein“. Er führte als Beispiel eine Fahrt im Fahrstuhl an – wo ja, so möchte ich erklärender Weise hinzufügen, allen noch nicht „geeichten“ Personen erotische Gefühle widerfahren. Es geht, unausgesprochen, um den virtuellen Geschlechtsverkehr, bei dem der Teilnehmer – männlich oder weiblich – sich ein entsprechendes und gegen Geld zu besorgendes „Gerät“ am Penis oder in der Scheide befestigt, mit dem er/sie dann „life“ in einsamer Weise, jedoch höchst wirkungsvoll vor dem Bildschirm, „den Geschlechtsverkehr vollzieht“, in Kurzform: sich selbst befriedigt.
Was besagt das hier? Es besagt, dass die kostenlose Mitgliedschaft in der Internet-Plattform „Second Life“ nur ein erster Verführungsschritt ist – etwa analog den Bankomat-Karten, die zunächst gratis waren und das Verhalten der Konsumenten rigoros veränderten, dann aber später zunächst CHF 20,– und dann CHF 40.– pro Jahr kosteten.
Meine Prognose: Wer also die Internet-Plattform „Second Life“ mit lüsternen Hintergedanken betritt, hat mit folgender Entwicklung zu rechnen:
●
Er muss seinem Avatar zunächst ein Geschlechtsteil verpassen, für das er
jedoch zu zahlen hat. Es darf davon ausgegangen werden, dass hier eine
Entwicklung einsetzt wie seinerzeit bei der ausdrücklich als „sozial“
postulierten Swatch-Armbanduhr: Diese war zunächst einfarbig schwarz, dann aber
wurde die Kollektion immer breiter, bunter und unübersichtlicher, vor allem
aber auch modischer.
●
„Mode“ beim Geschlechtsteil? Aber sicher. Bei Menschen, die
Geschlechtsverkehr mit Drittpersonen haben, ist es derzeit üblich, dass die
Schamhaare abrasiert sind. Nun wird aber gerade die weitere „Mode“ lanciert,
dass alle schamhaarrasierten Männer sich ihren Penis beschneiden lassen sollen,
weil es hygienischer sei und besser aussähe. In den Illustrierten werden für
eine solche Beschneidung Preise von 300 bis 600 Euro genannt. So eine
(irreversible) „Mode“ wird dann früher oder später auch in „Second Life“ zum
Standard und auch hier wird das nicht kostenlos vonstatten gehen, ganz im
Gegenteil.
●
„Second Life“ wird sich zu einer flächendeckenden
Selbstbefriedigungs-Maschinerie für die westliche Welt entwickeln, an die
Stelle von Pornoheften und Pornofilmen tritt ein virtueller Partner oder es
werden gar mehrere Partner ins Spiel gebracht. Auf diese Weise wird dem ständig
zunehmenden „Heer der Arbeitslosen“ der libidinöse Druck genommen, der bisher
durch Arbeit sublimiert werden konnte.
●
Es werden sich „virtuelle Geschlechtskrankheiten“ entwickeln, die sich
hemmend auf das jenseitig-diesseitige Geschlechtsleben auswirken, aber durch
entsprechende, honorarpflichtige
Behandlungen im „Second Life“ wieder beheben lassen.
●
Durch die Ausrüstung mit dem „Datenhandschuh“ in der hiesigen Welt
entsteht eine geistige Verbindung und Vereinigung mit der virtuellen Welt des
„Second Life“, so dass mit der Zeit beide verschmelzen können und der Benutzer
ein Fall für die Psychiatrie wird.
Man kann „Second Life“ durchaus mit dem Programm „Windows“ von Microsoft vergleichen: Das fixfertige Produkt liegt von Anfang an vor (so meine Überzeugung), doch man steigt mit einer höchst unfertigen Version ins Geschäft und verkündet dann Jahr für Jahr „Verbesserungen“ und „Neuerung“, so dass die Anwender ihre Anlagen beständig nachrüsten müssen, gegen Bezahlung, versteht sich. Auch die „Viren“, eine Erfindung von Microsoft selbst (so meine Überzeugung), lassen sich analog nach „Second Life“ übertragen. Dasselbe gilt für das „Hacker“-Problem, nur das hier nicht das individuelle Computer-Programm von unbekannten Dritten und von aussen „geknackt“, manipuliert und ferngesteuert wird, sondern das individuelle Gehirn.
Meine Beurteilung dieser „Revolution“
Im SPIEGEL-Interview vergleicht Herr Weibel die Plattform „Second Life“ mit der „Arche Noah“. Ausserdem unterscheidet er zwischen einer Parallelwelt und einer Alternativwelt und betont, dass die Hoffnung auf ein zweites, neues Leben die wichtigste Heilserwartung der Christen sei. Dazu einige Anmerkungen:
●
Das Wort „Plattform“ hat es in sich, denn mit der „platten“ Form oder der
Form einer „Platte“ ist nichts anderes als „die Welt als Scheibe“ gemeint, also
die Vorstellung der alten Griechen, wonach die Erde eine Scheibe sei und vom
himmlischen „Okéanos“ umflossen werde. Hierher aber gehört auch die
Vorstellung des Alten Testaments von den „vier Ecken der Welt“, die dann in die
„Apokalypse“ (= die Offenbarung des Johannes) übernommen wurde.
●
Wenn Sie nun im Menü oben rechts zu dieser Kategorie den Link
„Masterplan“ anklicken, gelangen Sie zu einer von mir aufgedeckten und
erforschten Abbildung, die oben das Grundschema des Geistes als viereckige
Scheibe und darunter die Matrix der Seele – ebenfalls als „Scheibe“ – zeigt.
Drucken Sie diesen „Masterplan“ aus, er enthält den Heilsweg.
●
Die ominöse „Arche Noah“ ist identisch mit der individuellen Seele!
Diese wird aber auch durch das „Kirchenschiff“ symbolisiert und ist das Gefährt
des Lebens schlechthin, mit dem man nahezu immer „Schiffbruch“ im Leben
erleidet – mangels einer zuverlässigen „Seekarte“. Diese Seekarte aber ist das
Grundschema des Geistes mit den vier verschiedenen Atmosphären innerhalb des
24-Stunden-Tageskreises der Sonne und den „vier Ecken der Welt“, deren Kenntnis
und Beachtung für die richtige Navigation unerlässlich sind.
●
Die Seele kann aber von sich selbst her nicht gesteuert werden, sondern
nur von aussen, vom Geist her. Die Seele ist also die „Terra incognita“, das
„unbekannte“, unerforschte Gebiet, das Neuland. Sie entspricht der
Internet-Plattform „Second Life“. Ich habe die Seele durch meine
Forschungsarbeiten jedoch vollständig aufgedeckt und eine dazu „Road-Map“
angefertigt, die oben in der Mitte mit dem „reinen Wasser“ beginnt, zum
Nährboden gelangt, von dort zum Immunsystem, dann zum alternativen Schöpfungs-System
(aerob/anaerob) und schliesslich zur Lebenskraft.
●
Die von mir aufgedeckte Synchronizität zwischen Seele und Geist, das
„Parallelogramm der Kräfte“, besagt, dass die vier Seelenfelder oben links den
vier grundverschiedenen Atmosphären des Tageskreises im Grundschema des Geistes
entsprechen, und die vier Seelenfelder unten rechts den vier Ecken der Welt.
Auf diese Weise kann die Seele vom Geist her gesteuert werden, ohne Schiffbruch
zu erleiden.
Zum „Maskenball“: Mit der „maskierten“ Stellvertreter, dem Avatar, ist die denaturierte Seele gemeint, also das dauerhafte anaerobe Leben unter Sauerstoffabschluss, so dass an die Stelle der gesunden Oxidation (= Verbrennung) die krank machende Gärung (= Vergasung) tritt. Der Maskenball ist also eine Metapher für eine seelische Parallelwelt, die genau so krank ist wie unser Gehirn mit seinen eingeimpften Fehlvorstellungen zu allen Dingen des Lebens. Die von Herrn Weibel zu recht erwähnte Alternativwelt umfasst jedoch nicht nur die geheilte, also aerobe Seele, sondern auch ein tägliches Leben, das nach der geistigen „Seekarte“ ausgerichtet ist.
In der Gratiszeitung „20 minuten“ vom 22.2.2007 wird das PC-Game „Maelstrom“ vorgestellt. Es „zeichnet ein düsteres Endzeitepos unserer Welt im Jahr 2050 … Maelstrom bezeichnet einen gefürchteten Gezeitenstrom zwischen zwei norwegischen Inseln, dem die Kraft zugeschrieben wird, Schiffe zu verschlingen. Der Strudel hat Jules Verne und Edgar Allen Poe inspiriert. Ein geladener Begriff also, und wer ein Game so betitelt, hat Grosses vor. Tatsächlich befindet sich im Echtzeit-Strategiespiel ‚Maelstrom’ die Erde in einem gewalttätigen Strudel. Die Menschen haben ihren Heimatplaneten kaputt gemacht, zwei Fraktionen, die Aufrechten und die Kosmitron … kämpfen um die Vorherrschaft. Der Spieler beginnt als Dirigent der Aufrechten, um sie strategisch geschickt in den Kampf zu führen.“ Mein Kommentar: Dieser „Mahlstrom“ ist die Sintflut, ist der Okeanos der Griechen, ist die Abfolge der vier grundverschiedenen täglichen Atmosphären. In der chaldäischen Kabbala sind „Jahreszahlen“ stets als numerische Metaphern zu verstehen. Die Zahl 2050 lässt sich auf 205 reduzieren, zu diesem Wert existiert der bibelhebräische Begriff ChBL HKSP „chevel há-kesef“ aus Koh 12,6 für „die Silberschnur, bildliche Bezeichnung für den Lebensfaden, nach anderen speziell für das Rückenmark“ [Gesenius 210]. Tiefer will ich hier nicht gehen.
NACHTRAG 1: In der Gratiszeitung "20 minuten" vom 21.2.2007 befasste sich ein viertelseitiger Beitrag ausführlich mit "Second Life". Darin heisst es: "Die Zahl der Second-Life-Mitglieder hat sich seit September 2006 vervierfacht. 3,7 Millionen Menschen aus aller Welt haben sich bisher einen Avatar, einen virtuellen Stellvertreter, zugelegt … Dieser Erfolg der virtuellen Parallel-Welt hat auch seine Schattenseiten: Wer sich in einen Laden namens ‘Waffenamt - Germany Military’ teleportieren lässt, findet dort eine ganze Menge Weltkriegs-Devotionalien, die zum Kauf angeboten werden. Der Laden ist ‘geschmückt’ mit Hakenkreuzen, in den Ecken stehen Kanister, die mit Zyklon B angeschrieben sind und in den Regalen findet sich ein ‘SS-Totenkopf Honor Ring’. Plakate mit Namen wie ‘Der Jude’, ‘Flammenwerfer vor’, ‘Hitler With the Kids’ und ‘Schafft Waffen für die Front’ können für eine Hand voll Dollar heruntergeladen werden. Was im realen Deutschland längst verboten ist, stellt für die Verantwortlichen von Second Life kein Problem dar. Sie walten strikt nach der Regel: Keine Zensur von politischen Meinungen."
NACHTRAG 2: Beim Aufräumen stosse ich im jüdischen Wochenmagazin ‘tachles’ 4 vom 26.1.2007 auf die Titelgeschichte "Virtuelle Realität. Erste Synagoge im ‘Second Life’". Auch hier: Auf der Titelseite ist eine animierte junge Frau zu sehen mit schwarzem üppigen Haar, fragendem Blick, vollen Lippen und einem aufreizenden Busen, der durch ein hauchdünnes, fleischfarbenes Etwas "verhüllt" wird. Der Artikel selbst ist überschrieben mit "Willkommen im zweiten Leben" und behandelt die "Erste virtuelle Synagoge im Netz". Der einleitende Text beginnt mit den Worten: "Letzten Freitag organisierte Beth Odets in ihrer Synagoge den allerersten globalen Kabbalat-Schabbat-Marathon, der über 12 Stunden dauerte … Viele Gäste, die noch lange im Innern der Synagoge blieben, um mit den anderen Gästen aus Tel Aviv, Köln, Amsterdam oder San Francisco zu diskutieren, waren sich einig: ‘Das war ein historischer Moment.’ … Dieses Schabbat-Marathon soll nun jede Woche stattfinden … Man braucht nur einen Computeranschluss. Der Grund? Beths Synagoge befindet sich im sogenannten ‘Second Life’. Alle Ortszeiten sind daher nach Second-Life-Time (SLT) neun Stunden vor der mitteleuropäischen Zeit eingestellt … Im Prinzip funktioniert ‘Second Life’ wie das richtige Leben’ … Durch die Anonymität des Chats traut man sich mehr, doch im ‘Second Life’ hat man gleich eine ganz andere Identität … Die Synagoge entstand Ende August 2006 in nur drei Stunden Arbeit und wird seitdem weiterentwickelt … Während ‘Second Life’ mehr und mehr kommerzialisiert wird und mittlerweile Firmen wie Toyota und Reebok hier ihre Produkte testen, repräsentiert Beth Odets die Grundidee dieser virtuellen Welt. Sie will eine friedvolle Gemeinschaft bilden … Wenn eine Person sich länger im ‘Second Life’ aufhält, wird sein Atavar immer mehr zu ihm selbst … Inspiriert durch Beths Erfolg hat Reuven nun in ‘Second Life’ eine Kopie der Klagemauer errichtet."